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Ab Herbst: Fällarbeiten im Holzkirchner Naherholungsgebiet Kogl


  • Die Marktgemeinde Holzkirchen, die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Miesbach und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) geben bekannt, dass sich der Gesundheitszustand der Eschen im Kogl deutlich verschlechtert hat.
  • Aus Sicherheitsgründen werden daher im Herbst umfangreiche Fällarbeiten notwendig.
  • Bis dahin sollte der Kogl nur mit besonderer Vorsicht und bei Wind gar nicht betreten werden. Die Gefahr durch herabfallende Kronenteile ist groß.
  • Der interessierten Öffentlichkeit wird vor dem Beginn der Fällarbeiten ein Begang vor Ort angeboten.

Wohl jeder Holzkirchner kennt den „Kogl-Wald“, auch wenn dieser mit seinen knapp zwei Hektar Fläche nur etwa ein Tausendstel der Holzkirchner Gesamtwaldfläche stellt. Als fußläufig zu erreichendes Naherholungsgebiet, als flächiges Naturdenkmal und als Geotop liegt das Wäldchen den meisten Holzkirchner Bürgern ganz besonders am Herzen.

Das kleine Laubwaldgebiet, das auf einem in der vorletzten Eiszeit geformten Hügel steht, gehört der Marktgemeinde Holzkirchen. Als Gemeindewald wird es vom zuständigen Revierförster des AELF Holzkirchen, Robert Wiechmann, seit mehr als 30 Jahren forstfachlich betreut. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde des Landratsamtes Miesbach (LRA) und der Marktgemeinde wurde vor einigen Jahren ein Konzept zur weiteren Nutzung des flächigen Naturdenkmals erarbeitet. Die Besucher sollen auch mit Hilfe von natürlichen Sperren, wie Ast- und Kronenmaterial, auf einige wenige Hauptfußwege gelenkt werden, das Radfahren ist seitdem untersagt.
 
Sorge bereitet seit längerem die Tatsache, dass der Waldbestand im Kogl zu einem hohen Anteil durch die Baumart Esche (Fraxinus excelsior) geprägt wird. Aufgrund eines aus Ostasien eingeschleppten Pilzes kämpft die Baumart aktuell in ganz Europa um ihr Überleben. Durch die Pilzerkrankung werden die Bäume stark geschwächt. In der Folge kommt es häufig zu Hallimasch- und Insektenbefall. Der Hallimasch ist ein holzzersetzender Pilz, dessen Befall zum Absterben der Wurzeln und damit zu einem Verlust der Standfestigkeit der Bäume führt. Vom Hallimasch befallenen Eschen können unvermittelt umstürzen. Förster und Waldbesitzer können der dramatischen Entwicklung in einem Großteil der Wälder weitgehend nur zusehen. Das Betreten normaler Wälder erfolgt immer auf eigene Gefahr. Insofern gibt es im Zusammenhang mit den Eschensterben hier keine besonderen Haftungsrisiken für die Eigentümer.
 
Anders verhält es sich bei Wäldern und Einzelbäumen entlang öffentlicher Straßen, gegenüber Gebäuden und Plätzen oder im Bereich von Wäldern in denen sogar Veranstaltungen abgehalten werden. Hier haftet der Eigentümer. Er hat damit umfangreiche Kontrollaufgaben und die Pflicht zum vorsorglichen Handeln. Bei einem gemeinsamen Kontrollbegang konnten Martina Lewald-Brudi vom Fachlichen Naturschutz des LRA Miesbach, Förster Robert Wiechmann und Bauhofleiter der Marktgemeinde Holzkirchen Peter Heiß nun übereinstimmend feststellen: Der Zustand der verbliebenen Eschen hat sich noch einmal sehr deutlich verschlechtert. Schon in den vergangenen Jahren wurden immer wieder Verkehrssicherungshiebe durchgeführt.
 
Einvernehmlich wurde beschlossen, die erforderlichen Maßnahmen im folgenden Herbst durch den Bauhof der Marktgemeinde durchführen zu lassen. Auch wenn der Eingriff in den Baumbestand dieses Jahr deutlich stärker erfolgen muss, als in den vergangenen Jahren, sind die Experten optimistisch, dass sich der Kogl sehr gut erholt und wieder einen stabilen Waldbestand ausbildet. „Der Kogl bleibt erhalten, selbst wenn die Baumart Esche eines Tages ganz ausfallen sollte“, so Robert Wiechmann. „Linde, Eiche, Ahorn und Ulme ersetzen die abgängige Esche ganz natürlich, Nachpflanzungen sind nicht erforderlich“, so der Forstmann.
 
Das traditionelle Koglfest wird in diesem Jahr durch ein langes Festwochenende am Herdergarten anlässlich der 150-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen ersetzt.


Bild Kogel
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