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Rede der Bürgermeister zum Totengedenken am Volkstrauertag


Zum ehrenden Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege und der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fanden am Sonntag, 17. November 2019 im Bereich des Marktes Holzkirchen vor den Kriegerdenkmälern in Holzkirchen, Großhartpenning und Föching Toten­gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt.

Die nachdenklichen Worte der Bürgermeister, die den Gedenkfeiern beiwohnten, können Sie hier nachlesen:

"Wir haben uns heute hier versammelt, um an die Menschen, die im Krieg und durch Gewaltherrschaft starben, zu erinnern. Für diejenigen unter uns, die selbst noch Angehörige im Krieg verloren ha­ben, ist dieser Tag besonders wichtig und besonders traurig. Sie trauern, weil Krieg und Diktatur ihnen einen nahestehenden Menschen und damit einen Teil ihres Lebens nahmen.

Er ist ein Tag des Nachdenkens darüber, wie wir heute auf Krieg und Gewalt reagieren und was wir ganz persönlich für Freiheit und Menschlichkeit auf der Welt tun können. Gerade als Bürger, in einem freien und friedlichen Europa haben wir hier eine Verpflichtung. Die Fähigkeit und Bereitschaft,  gemeinsam um die Toten zu trauern, ist ein untrennbarer Teil der Würde des Menschen. Dazu gehört auch die Trauer um die, die wir nicht persönlich kannten.
 
Die Trauer lehrt uns, dass Krieg und Terror nur Angst, Schrecken und Leid zur Folge haben. Das Gedenken an die Kriegsopfer zwingt uns, aus der Vergangenheit zu lernen und in der Gegenwart danach zu handeln.
 
Nahezu jeden Tag  werden weltweit Terroranschläge verübt. Auch Deutschland wird durch islamistisch, aber vor allem rassistisch und faschistisch motivierte Attentate erschüttert. Beim jüngsten Anschlag bei der Synagoge in Halle a.d. Saale vom 9. Oktober, dem Jom Kippur - der höchste jüdische Feiertag, wurden zwei Menschen ermordet und zwei weitere verletzt. Der rechtsextremistische Täter filmte die Ausführung der Tat und übertrug sie ins Internet - eine abscheuliche Vorgehensweise, die uns fassungslos zurücklässt.

Der heutige Volkstrauertag mahnt uns daher auch, für die Werte unserer Demokratie einzutreten, den Kurs Richtung Freiheit, Frieden, Sicherheit und Völkerverständigung weiterhin einzuhalten.
 
Wir denken an die Menschen,  die auf der Flucht sterben.
Wir denken an die Kinder,  die von ihren Fa­milien getrennt und zu Waisen wurden.
 
Und wir merken, dass die Erinnerung an das vergangene Leid und die Trauer unsere Herzen weit werden lässt für die Menschen, die heute Angehörige verloren haben und unsere Hilfe brau­chen. Unsere Trauer um die Toten von damals mahnt uns, für die Lebenden zu sorgen.
 
Und dabei soll es uns nicht nur um die körperliche Gewalt gehen, sondern auch um die Gewalt in Wort und Schrift. Diese können die Menschen und ihre Würde ebenfalls tief verletzen und sie in Angst und Schrecken versetzen. Gerade in den sozialen Medien, die anonyme Botschaften weit verbreiten können, spielt sich eine stets zunehmende Verrohung des Umgangs ab. Auch das dürfen wir nicht zulassen!"


In Ehrfurcht vor den Toten der beiden Weltkriege und der Opfer von Terror und Gewaltherrschaft sowie aller Kriegsopfer und im Dienst gestorbenen Soldaten weltweit legten die Bürgermeister als Zeichen des Gedenkens Kränze vor den Kriegerdenkmälern nieder.
 
Wir danken den Vereinen und Organisationen für ihr aktives Mitwirken und allen Bürgerinnen und Bürgern, die am Volkstrauertag dieser Zeremonie beigewohnt haben.

Markt Holzkirchen - Rathaus

Marktplatz 2
83607 Holzkirchen
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