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Modellversuch: Tempo 30 in der Münchner Straße in Holzkirchen


In der Münchner Straße in Holzkirchen wird im Rahmen eines Forschungsprojektes probeweise Tempo 30 eingeführt. Die Schilder werden im Juni aufgestellt.

Wie kann das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im Verkehr sicherer und besser gestaltet werden? Um diese Frage dreht sich ein Forschungsprojekt, das die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg von 2018 bis 2020 durchführt. Auf verschiedenen Straßenabschnitten in bayerischen Kommunen werden unterschiedliche Maßnahmen und deren Wirkung auf die Sicherheit des Radverkehrs untersucht.

Nachdem Holzkirchen im vergangenen Jahr in die AGFK aufgenommen wurde, hat sich die Gemeinde für den Modellversuch „Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ beworben und dafür den Zuschlag erhalten. Dabei soll auf innerörtlichen Straßen mit Mischverkehr – also auf Straßen, die Kfz- und Radfahrer gemeinsam nutzen – die Wirkung einer reduzierten Strecken-Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h untersucht werden.
Betroffen ist die gesamte Münchner Straße vom Kreisverkehr am nördlichen Ortseingang bis zum Marktplatz (Kreuzung Tölzer Straße / Tegernseer Straße / B13). Ab Anfang Mai werden Vorher-Untersuchungen (Verkehrsbeobachtungen und Videoaufzeichnungen) durchgeführt. Im Juni wird dann die entsprechende Beschilderung angebracht, die mindestens drei Monate bestehen bleibt. Anschließend führt die AGFK und die Technische Hochschule Nürnberg eine Nachher-Untersuchung durch. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden für Frühjahr 2020 erwartet.

Hintergrund und Ziele des Forschungsprojektes:
Viele bayerische Kommunen sind auf der Suche nach Alternativen zum Mischverkehr oder besseren Möglichkeit zur Führung des Radverkehrs. Wenn Radler auf der Fahrbahn bei hohen Kfz-Belastungen fahren, keine eigenen Flächen für den Radverkehr zur Verfügung stehen und kritische Verknüpfungsstellen oder Engstellen vorhanden sind, wird Handlungsbedarf gesehen. Auch die Unsicherheit, wer wo fahren darf oder soll, führt zu Konfliktsituationen. Doch nur wer sich als Radfahrer sicher fühlt, wird das Rad auch häufig benutzen.

Die TH Nürnberg untersucht die Wirkung der Maßnahme auf die subjektive und objektive Sicherheit sowie die Wahrnehmung und die mögliche Verhaltensänderung bei allen Verkehrsteilnehmern. Die Evaluation der Wirkung der Maßnahmen basiert vor allem auf den empirischen Erhebungen mit Vorher-Nachher-Vergleich für die Untersuchungsstrecken. Die Methodik zielt darauf ab, mit der beschriebenen Maßnahme ein möglichst gut evaluierbares Projekt durchzuführen. In dessen Verlauf können periodische Geschwindigkeitsmessungen, Verkehrszählungen sowie Video- und Vor-Ort-Beobachtungen vorgenommen werden.
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