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Geothermieprojekt Holzkirchen: Mehr Zeit für die Energiewende vor Ort


Seit Herbst 2014 arbeiten die Gemeindewerke unter Hochdruck am Geothermieprojekt in Holzkirchen – mit einem knapp bemessenen Zeitkorridor. Das im Frühjahr 2013 novellierte und im August 2014 verabschiedete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist hierfür maßgeblich, denn die Regelung besagt, dass erneuerbare Energiequellen nur noch bis zum 31.12.2017 von Staat mit der maximalen Vergütungshöhe gefördert werden. Sollte das Holzkirchner Kraftwerk bis Ende 2017 nicht ans Netz gehen, droht eine deutliche Reduzierung der jährlichen Einspeisevergütung in Höhe von 5%.

Innerhalb von fünf Monaten bahnten sich die Bohrmeißel ihren Weg in die rund fünf Kilometer tiefen Gesteinsschichten. Erst im April machte ein unerwartet hohes Gasvorkommen, eine Umlenkung – einen sogenannten Sidetrack – notwendig und verzögerte den gesamten Ablauf um mehrere Wochen. Wertvolle Zeit, die jedoch fast vollständig wieder eingeholt wurde. "Wir liegen wieder im Zeitplan." versichert Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke. Erst kürzlich wurde die vorläufige Endteufe nach einer Bohrstrecke von 5600 Metern erreicht. Aktuell werden Reinigungslifts durchgeführt, um im Laufe der nächsten Tage mittels Leistungstests konkrete Resultate über die Wassertemperatur und Schüttmenge zu erhalten. „Die bisherigen Messungen und Ergebnisse zeichnen ein positives Bild, wir sind sehr zuversichtlich" so Götz.

Anlässlich der Meißelweihe am Bohrplatz bat Bürgermeister Olaf von Löwis, um Frau Ilse Aigners Unterstützung auf Bundesebene. Vor allem durch die großen Realisierungszeiträume bei Tiefengeothermieprojekten und die naturgemäß höheren Unwägbarkeiten im Untergrund lassen sich Degressionszeiträume im Sinne des EEG nicht einfach von anderen erneuerbaren Energiequellen übertragen. Die Wirtschaftsministerin versprach, sich bei den Verhandlungen über das EEG für eine Verschiebung der Degression einzusetzen.

Angesichts der schwierigen Ausgangslage kam nun umso erfreulicher die Nachricht über den Kabinettsbeschluss zum Erneuerbare-Energien-Gesetz aus Berlin. Sofern die Reform die notwendige Mehrheit im Bundestag findet, wird die finanzielle Unterstützung seitens des Staates bis Ende des Jahres 2020 – und nicht wie ursprünglich vorgesehen bis 31.12.2017 – ausgeweitet. „Das würde uns mehr Luft verschaffen und den Druck aus dem Kessel nehmen" zeigt sich Bürgermeister Olaf von Löwis erfreut und bedankt sich bei der bayerischen Wirtschaftsministerin für ihren Einsatz zugunsten der Geothermie. „Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, um unserer und den zukünftigen Generationen eine nachhaltige und stabile Energieversorgung zu garantieren." so der Bürgermeister. „Die Verschiebung der Degression ist ein wichtiges und notwendiges Signal für Geothermievorhaben in ganz Deutschland. Vor allem für derart komplexe Energiequellen wie unser Geothermieprojekt, bringt Staatsministerin Aigners massiver Einsatz auf Bundesebene eine sehr große und wichtige Entlastung.".
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