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Geothermie: 24.03.2017 - Energetische Leistung höher als erwartet


24.03.2017:    Der Leistungstest der Th2b als Förderbohrung und der Th1a als Reinjektionsbohrung ist abgeschlossen. Energetische Leistung höher als erwartet. 

Weitere tagesaktuelle Informationen finden Sie hier auf der Homepage der Gemeindewerke - Geothermie  

Geothermie im März 2017 - Projekt ist erfolgreich Energie aus der Tiefe - Pumpversuch an der zweiten Geothermiebohrung in Holzkirchen


Foto: Erdwerk GmbH • www.erdwerk.com


Logo: Geothermie Holzkirchen

PRESSEMITTEILUNG
Holzkirchen, 23. März 2017


Zweite Geothermiebohrung in Holzkirchen:

Erfolgreicher Zirkulationstest - Zweite Bohrung deutlich heißer
Energieausbeute wird höher sein als ursprünglich erwartet


Die Geothermiebohrungen in Holzkirchen gehen ihrem Abschluss entgegen. Derzeit läuft ein Zirkulationstest, an dessen Ende die Leistungsfähigkeit beider Bohrungen feststehen wird. Erste Prognosen für Temperatur und förderbare Menge liegen bereits vor. Die Leistungsdaten der Bohrungen haben Einfluss auf die endgültige Auslegung der Versorgungsanlagen und somit auch auf die Finanzierung des Projekts.

Seit dem 9. März laufen in der Alten Au die Pumpversuche für das Geothermieprojekt Holzkirchen. In unterschiedlichen Leistungsstufen und Anlagen-Konfigurationen werden dabei die wichtigen Kenngrößen Schüttung und Thermalwasser-Temperatur ermittelt. Zudem werden kontinuierlich Wasserproben entnommen. Nachdem zunächst jede der beiden Bohrungen im Rahmen von Kurz-Pumpversuchen einzeln getestet wurde, sind die zwei Bohrungen mittlerweile miteinander verbunden und es wird ein knapp einwöchiger Zirkulationstest durchgeführt, bei dem das aus der Förderbohrung gewonnene Thermalwasser zunächst auf rund 60 Grad abgekühlt und anschließend über die sogenannte Reinjektionsbohrung wieder in den tiefen Untergrund zurückgeführt wird.

Nachdem die Versuche kurz vor ihrem Ende stehen, liegen nun auch erste Prognosen für die Leistungsfähigkeit der Dublette vor: Mit rund 50 Litern Schüttung pro Sekunde wurde der Zirkulationstest zuletzt gefahren. Das aus der zweiten Bohrung geförderte Thermalwasser erreichte dabei Werte von deutlich über 150 Grad Celsius, was deutlich über den Werten der ersten Bohrung liegt. Die energetische Leistung der Geothermiebohrungen, ein Produkt aus Schüttung und Temperatur, liegt im Vergleich zur ursprünglich angesetzten Prognose bereits im Plus. Die optimale Auslegung des Anlagenbetriebs werden die Auswertungen und weiteren Planungen in den kommenden Tagen und Wochen ergeben.

Albert Götz, Geschäftsführer der Geothermie Holzkirchen, zeigte sich erfreut über die vorliegenden Werte: „Trotz aller Schwierigkeiten, die es gab, ist das Projekt weiterhin auf der Erfolgsspur. Wir haben sogar etwas mehr Energie zur Verfügung als ursprünglich erwartet und es zeigt sich bereits jetzt eine erfreuliche Nachfrage unserer Bürger nach der klima- und umweltfreundlichen Fernwärme. Und nicht zuletzt haben wir nun auch verlässliche Daten für die Dimensionierung der Anlagen."

Die erfreuliche Nachfrage nach Fernwärme sowie die höhere zur Verfügung stehende Leistung führen dazu, dass die Geothermie Holzkirchen GmbH das Stromkraftwerk nun für eine höhere Leistung auslegen wird und zusätzlich die baulichen Voraussetzungen für eine Wärmezentrale mit den Redundanzeinrichtungen schaffen wird. Letztere dienen dazu, die geothermisch erzeugte Wärme abzusichern, um auch in Zeiten mit Spitzenverbrauch jederzeit die benötigte Wärme bereitstellen zu können. Mit rund sechs Millionen Euro schlagen diese Maßnahmen zu Buche, wobei es sich nicht um Mehrkosten handelt, sondern um vorgezogene Aufwendungen bzw. um Kosten, die durch die mögliche höhere Kraftwerksleistung bedingt sind. Die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes wird durch die aktuellen Ergebnisse weiter positiv beeinflusst.

„Mit den Bohrungen liegt die Projektphase mit dem größten Risiko nun hinter uns. Noch in diesem Jahr wollen wir die Anbindung an unsere Heizzentrale III schaffen. Hierdurch werden viele unserer jetzigen Fernwärmekunden bereits aus ihrer eigenen regenerativen Energiequelle versorgt. Potentielle neue Kunden haben die Chance, in naher Zukunft an eine ökologisch sinnvolle Wärmequelle angebunden zu werden", äußert sich Götz optimistisch zum weiteren Projektverlauf.

In den kommenden Tagen stehen noch verschiedene Komplettierungsarbeiten an den beiden Bohrungen an. Der Bohrturm wird hierzu in den kommenden Tagen noch einmal auf die bereits fertig gebohrte „Th1a" zurückkehren. Voraussichtlich ab Mitte April wird er dann von der Holzkirchner Silhouette verschwinden.

Die Geothermie Holzkirchen GmbH dankt allen Bürgern für die erwiesene Toleranz gegenüber verschiedenen Beeinträchtigungen, die mit dem Bohrbetrieb entstanden sind. Diese waren – wenn auch im Einzelfall vielleicht unangenehm – vorübergehender Natur, haben aber der Schaffung einer auf viele Jahrzehnte hinaus nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieversorgung gedient.

Text: Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com


Untersuchtes Bohr-Gestein aus dem Malm aus 6080m Tiefe

Untersuchung des erbohrten Dolomitgesteins aus dem Malm auf Endteufe (6084 m)

(Bild: Erdwerk GmbH)
Bohrarbeiten der 4. Sektion im Januar 2017: Dampf aus der Tiefe
Während der Bohrarbeiten der 4. Sektion im Januar: Dampf aus der in der Tiefe aufgeheizten Bohrspülung steigt in den eiskalten Nachthimmel

(Bild: Erdwerk GmbH)



Logo: Geothermie Holzkirchen
PRESSEMITTEILUNG
Holzkirchen, 7. März 2017


Die Bohrarbeiten sind beendet

Fünfte Sektion erfolgreich abgeschlossen / Pumpversuche folgen



Die vorläufige Endteufe der zweiten Holzkirchener Geothermiebohrung ist erreicht. Am vergangenen Samstag wurden die Bohrarbeiten nach einer Strecke von 6.084 Metern – in einer Tiefe von rund 5.000 Metern - eingestellt und der Bohrstrang ausgebaut.

Seit Ende Juni wurde an der Bohrung „Thermal 2" des Holzkirchener Geothermieprojekts gearbeitet. Etliche Schwierigkeiten waren zu überwinden, doch nun scheint auch die zweite Bohrung zu einem erfolgreichen Ende gekommen zu sein. Vermehrte Spülungsverluste hatten Ende vergangener Woche klare Hinweise darauf gegeben, dass das Thermalwasser erreicht ist.

Mittlerweile wurde der über sechs Kilometer lange Bohrstrang samt Meißel ausgebaut und das Bohrloch von etwaigen Rückständen gereinigt. Am Mittwoch, 8. März, soll mit dem Einbau einer Tauchkreiselpumpe begonnen werden, damit das erschlossene Thermalwasser an die Oberfläche gepumpt werden kann. Mit Hilfe solcher Pumpversuche können die endgültigen Leistungsdaten der Bohrung, also die wichtigen Parameter Temperatur und förderbare Menge, genannt Schüttung, ermittelt werden. Diese Versuche werden rund drei Wochen in Anspruch nehmen.

Die Gemeindewerke Holzkirchen weisen darauf hin, dass es im Rahmen dieser Pumpversuche durch den Schwefelgehalt des Thermalwassers in der Umgebung der Bohrstelle zu einer vorübergehenden Geruchsentwicklung kommen kann. Der Geruch entspricht in etwa dem von faulen Eiern, ist jedoch nicht gesundheitsschädlich.

Über das Ergebnis der Pumpversuche werden die Gemeindewerke nach deren Abschluss berichten. Dann wird auch die energetische Leistung des gesamten Geothermieprojekts, das sowohl zur Wärme- als auch zur Stromerzeugung dienen wird, annähernd feststehen.

Text: Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com

 

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PRESSEMITTEILUNG                   
Holzkirchen, 06. Februar 2017

Vierte Bohrsektion erfolgreich abgeschlossen

Entscheidende fünfte Etappe steht bevor


Holzkirchen – In der vergangenen Woche wurde der vierte Abschnitt der zweiten Holzkirchener Geothermiebohrung fertiggestellt. Die Bohrung steht jetzt unmittelbar oberhalb des sogenannten Malms, jener geologischen Schicht, in der das Thermalwasser erwartet wird.

Eisige Kälte und schwierige bohrtechnische Verhältnisse hatten die Bohrmannschaft und alle Beteiligten nochmals vor große Herausforderungen gestellt. Ende der Woche jedoch stand fest: Es sind 4.945 Meter Bohrstrecke – wegen des abgelenkten Verlaufs rund 4.600 Meter vertikale Tiefe – erreicht. Auch die stählernen Futterrohre mit einem Durchmesser von knapp 18 Zentimetern sind erfolgreich eingebaut und einzementiert.

Damit wird es nun spannend, denn die fünfte und letzte Sektion, die im Thermalwasser führenden Malm verläuft, steht bevor. Sie wird zeigen, ob die Bohrung „Thermal 2" fündig ist und ausreichend viel Thermalwasser in der erwarteten Temperatur liefern wird. Aus der ersten Bohrung stehen rund 60 Liter pro Sekunde mit einer Temperatur von mehr als 140 Grad zur Verfügung.

In den nächsten Tagen laufen noch einige Nacharbeiten im Bohrloch und Umbaumaßnahmen an der Bohranlage, ehe mit dem fünften und letzten Bohrabschnitt begonnen wird. Diese Sektion wird die gesamte Bohrstrecke bis auf ca. 6.000 Meter verlängern und in eine vertikale Tiefe von rund 5.000 Metern führen. Damit das Thermalwasser ins Bohrloch hineinströmen kann, wird dieser Bohrabschnitt lediglich mit gelochten Futterrohren ausgekleidet und nicht zementiert.

Gut ein Jahr nach dem Bohrbeginn in der Alten Au, der am 27. Januar 2016 stattfand, steht das Projekt damit vor der entscheidenden Etappe. Für die noch anstehenden Bohrarbeiten im Malm wird ein Zeitraum von etwa 2 Wochen veranschlagt. An das Ende der Bohrarbeiten werden sich Pumptests anschließen, die die endgültigen Leistungsdaten der Bohrung erbringen werden.

Text: Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com



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PRESSEMITTEILUNG                   
Holzkirchen, 13. Januar 2017

Schwieriger Bohrabschnitt erfolgreich beendet


Zweite Bohrung fast auf der Zielgeraden / Verhandlungen mit Versicherung laufen


Holzkirchen – Die schwierige dritte Sektion der zweiten Bohrung beim Geothermieprojekt Holzkirchen ist geschafft. Vom 5. bis zum 7. Januar wurden die Futterrohre des dritten Bohrabschnitts, der in rund 2.600 bis 4.450 Metern Tiefe verläuft, erfolgreich eingebaut. Damit sind die Arbeiten an der anspruchsvollen dritten Sektion, die in zwei vorhergehenden Anläufen zu technischen Problemen geführt hatten, erfolgreich abgeschlossen.

Rund 150 Rohre mit einer Länge von jeweils 12 Metern und einem Durchmesser von ca. 25 Zentimetern mussten zur Fertigstellung der dritten Bohrsektion ineinander verschraubt und in die Tiefe gebracht werden. Der so entstehende Strang hatte eine Länge von über 1.800 Metern und ein Gewicht von rund 290 Tonnen. Nachdem dieser Strang die geplante Zieltiefe erreicht hatte, wurde er am 8. Januar in seiner gesamten Länge durch Zementierung dauerhaft mit dem umgebenden Erdreich verbunden. Die Arbeiten fanden an den bisher kältesten Tagen des Jahres statt und stellten bei zum Teil unter -20 Grad eine enorme Herausforderung an Personal und Technik dar.

Zwischenzeitlich sind der untere Abschluss des eingebrachten Rohrstrangs, der sogenannte Rohrschuh, aufgebohrt und das Bohrloch mit geophysikalischen Methoden präzise vermessen. Ab diesem Wochenende sollen die Arbeiten am vierten Bohrabschnitt beginnen, der mit rund 650 Metern Strecke vergleichsweise kurz ist und einen Durchmesser von gut 20 Zentimetern haben wird. Die fünfte und letzte Sektion wird dann durch den sogenannten Malm führen, also durch die Kalksteinschicht, in der das Thermalwasser erwartet wird. Nach Fündigkeit dieser Bohrung sollen plangemäß Mitte bis Ende Februar Pumpversuche stattfinden, bei denen die Ergiebigkeit des Bohrlochs getestet wird.

Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, zeigte sich nach dem erfolgreichen Abschluss des dritten Bohrabschnitts erleichtert und ist für das Gesamtprojekt nach wie vor optimistisch: „Mit der schwierigen dritten Sektion haben wir genau denjenigen Abschnitt absolviert, der bisher die größten Schwierigkeiten bereitet und zu den aufgetretenen Projektverzögerungen geführt hat. Jetzt trennen uns nur noch einige hundert Meter von dem ersehnten Thermalwasser."


Verhandlungen mit Versicherung laufen



Wie mehrfach berichtet, ist die Geothermie Holzkirchen GmbH gegen Bohrschäden und andere unvorhergesehene Ereignisse im Zuge der Bohrarbeiten versichert. Bei einem komplexen und finanziell aufwändigen Projekt wie einer Geothermiebohrung, an dem verschiedenste Fachfirmen beteiligt sind und komplizierte Verfahren zum Einsatz kommen, sind Versicherungsfälle jedoch nicht innerhalb weniger Wochen zu verhandeln bzw. abzuschließen. Vielmehr sind Untersuchungen, Auswertungen und Gutachten durchzuführen und abzuwarten, ehe über die Höhe der von der Versicherung zu übernehmenden Leistungen definitive Aussagen möglich sind.


Götz ist aber auch in dieser Frage sicher, dass das Gesamtprojekt und seine Wirtschaftlichkeit nicht in Frage stehen: „Über die Mehrkosten, die durch das unerwartete Anbohren eines Gasfeldes bei der ersten Bohrung aufgetreten sind, besteht mit der Versicherung bereits weitgehend Einigkeit. Hinsichtlich der Schäden bei der zweiten Bohrung, die die beiden Sidetracks notwendig gemacht haben, stehen wir mit allen Beteiligten in ständigem Kontakt und sind auch hier auf einem guten Weg. Wir werden aber sicher nicht mit vorschnellen Befunden oder Zahlen an die Öffentlichkeit gehen. Das wäre auch gegenüber den Geschäftspartnern keine faire Vorgehensweise."

Der Gemeindewerke-Geschäftsführer bedauert, dass in den vergangenen Tagen angebliche Investitionssummen verbreitet wurden, die aus der schon vor Jahren aufgegebenen „großen Variante" der Projektplanung stammten: „Es bleibt bei den für die aktuelle Projektvariante genannten Zahlen in Summe von knapp 40 Millionen Euro für die beiden Bohrungen und den Bau des Heizkraftwerkes. Letzteres kann jedoch erst nach dem endgültigen Vorliegen der Leistungsdaten beider Bohrungen exakt dimensioniert werden."

Text: Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com

Ein Futterrohr wird per Kran auf den Bohrturm gehoben
Ein zwölf Meter langes Futterrohr wird per Kran auf die Arbeitsbühne des Bohrturms gehoben
 
  

Ein Futterrohr wird ins Bohrloch eingebaut
Stück für Stück verschwinden die stählernen Futterrohre im Bohrloch – bis zu einer Gesamtlänge von über 1.800 Metern. Im Bild sieht man den Übergang zwischen dem zusammengeschraubten Rohrstrang (unten) und dem Gestänge (oben), mit dem die Rohre dann in die endgültige Tiefe eingebaut werden.


Logo: Geothermie Holzkirchen



30.12.2016
Geplante Sektionsteufe (3. Sektion) von 4.454 Meter erreicht

21.12.2016:
Die Bohrtiefe von 3.100 m wurde überschritten.

19.12.2016:
Mit einem erneuten "Sidetrack" - der Bohrung Th 2b -  einer weiter oben angesetzten seitlichen Abzweigung (in einer Tiefe von ca. 2.900m - aus dem "open hole" ) beginnt die neu angesetzte Bohrung. Die Bohrgeschwindigkeit wird hierbei bewusst stark reduziert.


Holzkirchen, 20. Oktober 2016
Geothermie Holzkirchen:

Festsitzender Rohrstrang kann nicht gelöst werden

Zweite Bohrung - TH 2 - wird mit einem „Sidetrack" - Th 2a - fortgesetzt


Holzkirchen – Die zweite Bohrung im Geothermieprojekt Holzkirchen wird mit einem sogenannten Sidetrack fortgesetzt. Wie berichtet, sind Schwierigkeiten beim Einbau der stählernen Futterrohre aufgetreten, woraufhin ein rund 1.900 Meter langer Rohstrang in der Erde feststeckte. Etwa 800 Meter von der Verrohrung konnten geborgen werden. Nunmehr steht fest, dass der restliche, im Loch verbliebene Teil nicht mehr entfernt werden kann und die Bohrung auf einem Umweg fertiggestellt werden muss.



Mehrere Wochen lang hatten die beteiligten Fachfirmen versucht, den festsitzenden Rohrstrang durch Fräsarbeiten und Zugversuche doch noch lösen zu können. Vor wenigen Tagen wurde festgestellt, dass weitere Maßnahmen nicht mehr erfolgversprechend sind und die Bohrung oberhalb des Bereichs, in dem der Schaden aufgetreten ist, mit Hilfe eines sogenannten Sidetracks weitergeführt werden soll.

Das aufgegebene Teilstück der Bohrung Th 2 wurde in den vergangenen Tagen den bergrechtlichen Vorschriften entsprechend von der Bohrlochsohle ausgehend mit mehreren Zementpfropfen verfüllt und somit dauerhaft gesichert.

In rund 2.600 Metern Tiefe, oberhalb des festsitzenden Rohstrangs, wird der bisherige Bohrpfad nun seitlich verlassen und anschließend in wenigen zehn Metern Abstand parallel zu der bereits bis in 4.500 Meter Tiefe gebohrten Bohrung „Th 2" weitergeführt. Dieser neue Sidetrack-Bohrpfad wird die Bezeichnung „Th 2a" tragen und, wie ursprünglich geplant, bis in rund 5.000 Meter Tiefe führen. Durch die unterirdische Ablenkung der Bohrung wird sich eine Gesamtbohrstrecke von insgesamt etwa 6.000 Metern ergeben. Die Bohrarbeiten für den Sidetrack starten ab kommender Woche.

Die mehrwöchigen Versuche, den festsitzenden Rohrstrang doch noch lösen zu können, sowie die Vorbereitungen
für das Bohren des Sidetracks beeinflussen den Zeitplan des Projekts. So rechnen die Gemeindewerke Holzkirchen nunmehr mit einer Fündigkeit der zweiten Bohrung erst im Dezember, ein endgültiger Abschluss aller Arbeiten einschließlich aller erforderlichen Tests wird voraussichtlich erst im neuen Jahr erfolgen können.

Text: Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com


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Schwierigkeiten beim Rohreinbau brachten Bohrarbeiten vorübergehend zum Stillstand.

Nachdem die Arbeiten für die erste Bohrung „Th 1a" Mitte Juni erfolgreich abgeschlossen wurden und die zweite Bohrung seit Ende Juni vorangetrieben wird, sind nunmehr Probleme beim weiteren Vordringen in die vorgesehenen 5.000 Meter Tiefe aufgetreten.

In insgesamt fünf Sektionen soll die Geothermiebohrung „Th 2" zu ihrem Ziel in rund 5.000 Metern Tiefe - bei einer Bohrstrecke von 6.000 Metern - vordringen. Nach Abschluss jeder Sektion wird das Bohrloch mit stählernen Futterrohren ausgekleidet, die in das umgebende Erdreich einzementiert werden, ehe die Bohrung dann mit vermindertem Bohrdurchmesser fortgesetzt wird.

In der dritten Sektion, die zwischen rund 2.700 und 4.500 Metern Tiefe problemlos gebohrt wurde, sind nun Schwierigkeiten beim Einbau der Futterrohre aufgetreten. Derzeit steckt ein Strang von noch rund 1.000 Metern miteinander verschraubter Rohre im Bohrloch fest und kann augenblicklich weder weiter vorangeschoben noch aus dem Bohrloch gezogen werden.

Experten der beteiligten Fachfirmen sowie der Versicherung sind derzeit dabei, den Ursachen für das Festsitzen des Strangs nachzugehen, um einen Fortgang der Verrohrungs- und anschließenden Bohrarbeiten zu ermöglichen. Unter anderem wird der Rohrstrang mittels Spezialwerkzeugen mechanisch bearbeitet, um ihn von den Einklammerungen befreien zu können. Diese Arbeiten, die in mehr als 2.600 Metern Tiefe stattfinden müssen, sind sehr zeitaufwändig, weshalb mit einer Verzögerung des Projekts um mehrere Wochen zu rechnen ist.

Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com



Erste erfolgreiche Bohrung

Die erste Bohrung war erfolgreich - die Temperatur des Thermalwassers liegt bei über 140°C, die Menge des Wassers bei mindestens 60 Litern pro Sekunde.

Der feierliche Bohrbeginn mit der Meißelweihe fand am Donnerstag, 28. Januar 2016 statt. Am 27. Mai war die Ziel-Bohrstrecke der 1.Bohrung „TH1"  von 5.600 m erreicht.

Die Bohrung „Th 2", die am 25. Juni 2016 startete, führt in rund 5.000 Meter Tiefe, durch die unterirdische Ablenkung beträgt die Bohrstrecke rund 6.000 Meter. Sie wird in fünf einzelnen Sektionen gebohrt, nach Abschluss jeder Sektion wird das Bohrloch mit stählernen Futterrohren ausgekleidet, die in das umgebende Erdreich einzementiert werden.

Für Ende September wird damit gerechnet, dass die zweite Bohrung in der wasserführenden Kalksteinschicht fündig wird, also erneut auf Thermalwasser stößt.

In der späteren Phase wird das heiße Wasser aus einem der Bohrlöcher gefördert und über einen Kreislauf in das andere Bohrloch wieder zurück gepumpt.


Geothermie-Fernwärme wird früher kommen

Gesetzesänderung ermöglicht Optimierung des Zeitplans

Die Holzkirchener Bürger dürfen damit rechnen, dass die umwelt- und klimafreundliche Fernwärmeversorgung aus dem Geothermieprojekt ein Jahr früher aufgenommen werden kann als ursprünglich geplant. Grund dafür ist eine Gesetzesänderung, die den Gemeindewerken eine Optimierung des Zeitplans ermöglicht.

Einen extrem straffen Zeitplan hatten die Gemeindewerke Holzkirchen für den Bau des geplanten Strom-Kraftwerks aufgestellt. Schließlich ging es darum, durch Inbetriebnahme bis spätestens 31. Dezember 2017 die maximale staatliche Förderung für die Einspeisung von geothermisch erzeugtem Strom zu sichern. Wäre dieser Zeitpunkt überschritten worden, hätte eine Reduzierung der Einspeisevergütung um fünf Prozent gedroht.

Entspannung verschafft nunmehr eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die von der Bundesregierung am 8. Juni beschlossen und vom Bundestag in Erster Lesung am 24. Juni behandelt wurde. Dieser zufolge soll der Zeitpunkt für das Eintreten der sogenannten Degression, also der Reduzierung der Einspeisevergütung um fünf Prozent, auf den 1. Januar 2020 verschoben werden.

Die Gemeindewerke Holzkirchen nutzen diese Gesetzesänderung nun, um den Zeitplan für das Geothermieprojekt in zwei wesentlichen Punkten umzustellen. Während die Inbetriebnahme des Strom-Kraftwerks bisher bis zum 31. Dezember 2017 vorgesehen war, soll dieses nun am 1. Januar 2019 ans Stromnetz gehen. Gleichzeitig wird die Aufnahme der Fernwärmeversorgung, die für das Jahr 2018 geplant war, auf 2017 vorgezogen.

„Wir haben die anstehende Gesetzesänderung konsequent genutzt, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen", sagt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen. „Wir können unseren Bürgern bereits ein Jahr früher Fernwärme aus der Geothermieanlage zur Verfügung stellen und gleichzeitig auch den Bau des Kraftwerks mit mehr Zeit und nicht zuletzt auch auf Basis der endgültigen Leistungsdaten unserer beiden Bohrungen planen. Das Diktat der Degression, das bisher die zeitlichen Prioritäten bestimmt hat, ist nun weg."

Auch wenn man sicher sei, dass das Projekt auch nach dem bisherigen Zeitplan sicher realisierbar gewesen sei, so Götz, sei die neue Zeitplanung sachgerechter und verbessere außerdem die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts. So könne die Fernwärmeversorgung bereits ab 2017 erste Erlöse liefern, gleichzeitig bleibe die Einspeisevergütung für den Strom in voller Höhe erhalten. „Und nicht zuletzt können sich die Bürger freuen, die uns schon jetzt häufig fragen, wann denn die umweltfreundliche Wärme aus dem Erdinnern zur Verfügung stehen wird", so Götz.

Die Arbeiten am Geothermieprojekt gehen indes zügig weiter. Nachdem die erste Bohrung mit einer Thermalwassertemperatur von über 140 Grad Celsius und einer Schüttung von mehr als 60 Litern pro Sekunde solide Grundlagen geliefert hatte, erfolgte am 25. Juni der Start für die zweite Bohrung, die erneut in rund 5.000 Meter Tiefe führen wird. Am 4. Juli hat der Bohrmeißel bereits 932 Meter Bohrstrecke und damit das Ende des ersten von fünf Bohrabschnitten erreicht. Mit einer Fündigkeit wird für Ende September gerechnet.

Rohre für den Ausbau des Fernwärmenetzes (im Bild rechts) können nun schon ein Jahr früher zum Einsatz kommen
Rohre für den Ausbau des Fernwärmenetzes (im Bild rechts) können nun schon ein Jahr früher zum Einsatz kommen

 Die stählernen Futterrohre - sogenannte Casings
Die stählernen Futterrohre - sogenannte Casings - für die Auskleidung der ersten Sektion der Bohrung Thermal 2 werden montiert

Dr. Norbert Baumgärtner • www.geothermie-pr.com

Information zum Geothermieprojekt in Holzkirchen


Das Erdwärme-Erlaubnisfeld Holzkirchen (Geothermie-Claim) umfasst insgesamt rund 126 Quadratkilometer und ist im Alleinbesitz der Marktgemeinde Holzkirchen. Der Besitz eines Claims ermöglicht die Aufsuchung von Bodenschätzen, in diesem Fall von heißem Thermalwasser. 

Um Holzkirchen befindet sich in etwa 5000m dieses besonders heiße Termalwasser. Die entsprechenden geologischen Schichten gehen von der Donau beginnend Richtung Alpen hin in immer größere Tiefen, das Wasser wird dabei immer heißer. Bei unserer Lage  ist das Verhältnis Tiefe - Temperatur optimal.

Im Großraum München wurden bisher 15 Geothermieprojekte mit insgesamt 34 Tiefenbohrungen erfolgreich "abgeteuft". In Sauerlach, dem von Holzkirchen aus nächstgelegenen Projekt (10 km) waren alle drei Bohrungen erfolgreich. Auch im weiteren Umkreis bis zu 16,5 km von Holzkirchen konnten alle sieben Geothermiebohrungen positiv abgeschlossen werden.
(Die nichtfündige Bohrung in Gelting bei Geretsried, bei der eine Nachbohrung geplant ist, befindet sich in zirka 20 km Entfernung westlich von Holzkirchen. Die geologischen Gegebenheiten der beiden Standorte sind hier aber nicht vergleichbar).

Da Holzkirchen die Fernwärme schon seit Jahren forciert,  haben wir für die Nutzung dieser Energie schon im Voraus vieles geleistet.
Der Klimawandel erfordert Handeln - Holzkirchen geht einen neuen Weg
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Download
Die neu angesetzte Bohrung (Sidetrack)
Der Bohrturm in der alten Au bei Nacht
Feierlicher Bohrbeginn am 28.01.2016
Feierlicher Bohrbeginn am 28.01.2016
Feierlicher Bohrbeginn am 28.01.2016
Auf dem Bohrplatz in der alten Au
Der Bohrturm in der alten Au bei Nacht

Markt Holzkirchen - Rathaus

Marktplatz 2
83607 Holzkirchen
Telefon:
08024 642-0