News

Schülerinnen und Schüler der FOS Holzkirchen erhalten Besuch von ihren Nachbarn


Im Rahmen des Fachunterrichts Sozialkunde erfahren die Schülerinnen und Schüler der 12. und 13. Jahrgangsstufe der Fachoberschule Holzkirchen vom Schicksal der Asylbewerber, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulgebäude ihre neue Heimat gefunden haben. Ein Bericht der Integrationsbeauftragten Maria Korell.


Sehr gerne hatten meine Kollegin Elena Taurini-Fontana und ich den Vorschlag der Fachoberschule Holzkirchen angenommen, in den 12. Klassen über ihre neuen Nachbarn, die Asylbewerber zu berichten und die Hintergründe zu erläutern. Zwei oder mehrere aus der Gruppe der Asylbewerber, die gut Englisch sprechen, waren immer dabei um den Schülern und Schülerinnen über ihre Beweggründe zu berichten, die Heimat zu verlassen.

In Gruppenarbeiten wurde diskutiert, wo die "FOSler" Möglichkeiten sehen, gemeinsame Aktivitäten mit den Asylbewerbern zu veranstalten. Heraus kamen viele gute Ideen, wie beispielsweise eine Einladung zum Volleyballturnier, gemeinsames Fußballspielen oder die Gründung einer gemeinsamen Band. Auch eine Einladung zu einer Privatparty wurde ausgesprochen und freudig seitens der Asylbewerber angenommen. Damit profitieren vom Austausch beide Seiten.

Besuch der FOS FOS Holzkirchen

Impressionen der Schülerinnen und Schüler

„Als am 3. Dezember 2014 zwei Asylbewerber des nahen Heims in die 13. Klasse kamen, war es trotz des späten Nachmittags noch kurzweilig. Die beiden jungen Männer aus Eritrea erzählten uns von ihren Beweggründen, der bewegenden Flucht und ihr jetziges Leben in Holzkirchen. Beide begrüßten uns mit "Servus" und waren sehr aufgeschlossen. Obwohl sie erst seit drei Monaten hier sind, können sie auch schon einige deutsche Wörter. Besonders ist aufgefallen, dass sie versucht haben, jede Frage so schnell wie möglich zu beantworten und niemanden lange warten zu lassen. Die begleitende Psychologin Elena Taurini-Fontana erzählte das Leben der Flüchtlinge aus ihrer Sicht, von der teilfreudigen Art – besonders beim Essen, laut ihren Worten teilweise etwas anstrengend für uns Europäer – aber auch von den Problemen der Flüchtlinge. Viele haben posttraumatische Störungen, können aber nicht angemessen therapiert werden. Sie erwähnte zudem den Wunsch der Flüchtlinge nach Kontakt mit Gleichaltrigen. Mit dem Vortrag in einer Schule ist hierzu vielleicht der erste Schritt getan." Sophia Schäfer, F13WS

„Das Treffen mit den Bewohnern der mobilen Wohneinheit war sehr aufschlussreich und interessant. Für mich war es sehr erstaunlich, dass wir uns so gut mit den Asylbewerbern verständigen konnten. Zudem war ich sehr über die Tatsache überrascht, dass sie so einen beschwerlichen Weg bis nach Italien hatten, besonders in Libyen. Es ist bemerkenswert, dass sie trotz alldem, was sie erlebt haben, ihre Fröhlichkeit nicht verloren haben." Anja Andelic, F13WS


Nachdem wir nun schon in 5 Klassen zu Besuch waren, kann ich sagen, dass es eine sehr gute Idee von Seiten der FOS Holzkirchen war, ihre Nachbarn einzuladen. Für die Asylbewerber ist es positiv, junge Leute ihrer Altersstufe kennenzulernen und das Interesse an ihren Geschichten zu spüren und zu erleben.

Für mich ist es eine gute Gelegenheit, für ehrenamtliche Arbeit zu werben und Kontakte herzustellen.

Herzlichen Dank an die Schüler und Schülerinnen, die Lehrkräfte und Herrn Rektor Schlemmer für ihr Interesse und ihr Engagement, mit uns gemeinsame Ideen weiterzuentwickeln!

Maria Korell
Integrationsbeauftragte

Markt Holzkirchen - Rathaus

Marktplatz 2
83607 Holzkirchen
Telefon:
08024 642-0

Besuche und Erledigungen im Rathaus sind derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung und mit Mund-Nasen-Schutz möglich.