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Öffentlicher Runder Tisch am 14. Juli 2014


Die Steuerungsgruppe, bestehend aus zahlreichen ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern, stellt sich und die geplanten Aktivitäten vor.


Im Jahr 2013 entschied die Regierung, dass rund 50 Asylbewerber in Holzkirchen aufgenommen werden. Um den Menschen aus Krisengebieten bei der Ankunft und im Alltag unterstützend zur Seite zu stehen, haben sich viele ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger mobilisiert und eine Steuerungsgruppe gegründet.

Ziel der Vertreterinnen und Vertreter der Steuerungsgruppe ist es, durch das ehrenamtliche Engagement, die Lebensumstände und –verhältnisse der Asylbewerber in der Marktgemeinde zu verbessern. Inzwischen haben die Bürgerinnen und Bürger viel auf die Beine gestellt und „sind auf alle Eventualitäten vorbereitet" so Maria Korell, Integrationsbeauftrage im Rathaus Holzkirchen.

Runder Tisch Asylbewerber

Nun rückt der Tag der Ankunft immer näher: Die Steuerungsgruppe nahm dies zum Anlass, interessierte Bürgerinnen und Bürger am 14. Juli 2014 im großen Sitzungssaal des Rathauses zu einem öffentlichen Runden Tisch einzuladen und ihre geplanten Aktivitäten vorzustellen.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und zahlreiche Interessierte, Nachbarn und Ehrenamtliche kamen, um sich über die aktuelle Entwicklung zu informieren und eigene Ideen einzubringen.

Vertreter der Aktionsgruppe Interessierte und Ehrenamtliche im Austausch


Drei Aktionsgruppen und viele Ideen

Derzeit sind über 40 Ehrenamtliche in drei Aktionsgruppen tätig. Die dafür eigens gebildeten Aktionsgruppen „Sprachgruppe", „Freizeit, Sport und Religion" sowie „Alltagsbegleitung" stellten am Runden Tisch vor, welche Aktivitäten mit den Neuankömmlingen angedacht sind. Noch ist unklar, wer nach Holzkirchen kommt, hier entscheidet die Regierung kurzfristig. Ob dies Familien oder Einzelpersonen sein werden und welchen Hintergrund sie besitzen, weiß noch niemand. Hier ist ein stufenweises Vorgehen geplant, die Aktivitäten werden dann an den Bedarf der Asylbewerber angepasst.

Von lebenspraktischer Unterstützung bis hin zum Handwerk und Sport

Gemäß rechtlichen Bestimmungen besteht in den ersten Monaten kein Anspruch auf staatlich geförderte Sprachkurse für Asylbewerber. Herr Dietrich, Leiter der privaten Grundschule und des Privatymnasiums im Ort, hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, einen Teilerlös aus einem Spendenlauf für einen Sprachkurs zu spenden.
Der Fahrradhändler Ulrich Bittl hat ebenso seine Unterstützung zugesagt: Er möchte mit den Asylbewerbern einen gemeinsamen Radl-Workshop veranstalten. Die Gemeinde stellt hierfür Fundräder zur Verfügung.
Zusätzlich sind ein Rundgang durch den Markt Holzkirchen, ein gemeinsames Willkommensfest mit den Nachbarn und gemeinsame Unterrichtseinheiten mit anerkanntem Lehrmaterial des Bundesamtes für Integration und Migration (BAMF) vorgesehen. Neben der sprachlichen Unterstützung sollen auch Projekte im Bereich Handwerk, Kunst und Unterstützung im lebenspraktischen Bereich wie beispielsweise bei Arztbesuchen und Einkäufen erfolgen.

Grundstückssuche und die Wohnsituation an der Erich-Kästner-Straße

Die Gemeinde hätte die Aufstellung der mobilen Wohneinheiten gerne neben der Skateranlage in Bahnhofsnähe realisiert. Gemäß baurechtlichen Vorgaben sind hier allerdings aufwendige Umbauarbeiten und die Errichtung eines Lärmschutzes notwendig. Dies lehnte das Landratsamt Miesbach aus Kostengründen ab. Nach Prüfung weiterer alternativer Standorte in Privat- und Gemeindebesitz, erwarb der Markt Holzkirchen das Grundstück an der Erich-Kästner-Straße.
Seit Mitte Juli werden nun die mobilen Einheiten durch die dafür zuständige Stelle, dem Landratsamt Miesbach, aufgestellt. Der Markt Holzkirchen hat leider keinen Einfluss darauf, wie die Wohneinheiten vor Ort angeordnet werden. In Zukunft soll das Gelände mit den Asylbewerbern gemeinsam gestaltet werden. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, das eigene Wohnumfeld aktiv mitzugestalten und ihre Wünsche einzubringen.
Fachliche und praktische Unterstützung erhält die Marktgemeinde von einer Sozialbeauftragten des Landratsamtes Miesbach. Sie wird allen Beteiligten – sowohl den Asylbewerbern als auch den Ehrenamtlichen - in der ihr zur Verfügung stehenden Zeit, Hilfestellung bieten.

Die Steuerungsgruppe betont ausdrücklich, dass sie alle Bürgerinnen und Bürgern bei ihren Anliegen unterstützt. Gerne beantwortet sie offene Fragen telefonisch oder im persönlichen Gespräch.
Interessenten, die sich in Form von Sachspenden einbringen oder gerne in einer der drei Aktionsgruppen engagieren möchten, können mit Frau Korell unter Telefon 08024 3038-380, Mobil 0152 29771977 oder per Email integrationsbeauftragte@holzkirchen.de Kontakt aufnehmen.
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