Neugestaltung des Marktplatzes
Der Marktplatz gilt für uns seit jeher als Herzstück der Marktgemeinde – die vergangenen Jahrzehnte hat er jedoch Aufenthaltsqualität und identitätsprägenden Charakter verloren. Nun ist es an der Zeit, ihn wieder aufleben zu lassen: Seit dem Gemeinderatsbeschluss 2019 wurde festgelegt, die lang ersehnte Neugestaltung des Marktplatzes wiederaufzunehmen und Ende des Jahres 2021 hat die Marktgemeinde Fördermittel aus dem Sonderfond „Innenstädte beleben“ erfolgreich beantragt.
Bevor die Zielsetzung definiert wird und in die Wettbewerbsauslobung fließt soll eine Bürgerbeteiligung stattfinden.
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Modellversuch Einbahnstraße vor dem Rathaus wird beendet
Im April 2024 wurde erneut der Verkehr rund um das Rathaus erfasst. Die Zählung wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsplanungsbüro mobildenker GmbH durchgeführt. Ziel war es, die Auswirkungen der Einbahnstraßenregelung zu bewerten, die seit Herbst 2022 im Rahmen eines Modellversuchs galt.Ein Vergleich der Ergebnisse von September 2022 und April 2024 zeigt folgende Veränderungen:
- Der Kfz-Verkehr am Marktplatz hat abgenommen – trotz einer Zunahme des Gesamtverkehrs in der Münchner Straße und im Bereich Herdergarten.
- Es wurde eine Zunahme des Verkehrs zu den Parkplätzen festgestellt.
- Im Bereich Herdergarten zeigen sich differenziertes Ergebnisse: Zu- und Abnahme des Verkehrs in unterschiedlichen Zeiträumen
- In der Münchner Straße ist der Verkehr insgesamt gestiegen – möglicherweise wetterbedingt, da es im Zählzeitraum stark geregnet hat.
- Insgesamt gab es nur wenige Falschfahrer, was für eine gute Akzeptanz der Regelung spricht.
Der Orts- und Verkehrsplanungsausschuss beschließt im Mai 2024: Der Modellversuch wird beendet, die Einbahnstraßenregelung aufgehoben. Trotzdem bleibt das Thema Verkehrsführung rund um das Rathaus aktuell. Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs sollen die teilnehmenden Planungsbüros Vorschläge zur künftigen Verkehrsregelung in diesem Bereich erarbeiten.
Vorstellung Vorentwürfe für die Umplanung Münchner Straße und Kreuzung Tölzer Straße
Im März 2023 hatte der Marktgemeinderat beschlossen, die Kreuzung Tölzer Straße (B13) und die Münchner Straße, beginnend ab der Einmündung Thanner-/Hafnerstraße bis zum Oskar-von-Miller-Platz, planerisch zu überarbeiten. Mit der Vorplanung wurde das Ingenieurbüro Trummer – Beraten und Planen GmbH beauftragt. Die Ergebnisse liegen nun vor.In enger Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung, dem Staatlichen Bauamt Rosenheim und dem Landratsamt Miesbach entwickelte das Ingenieurbüro drei Varianten:
- Variante 1 - Umgestaltung des Knotenpunktes: Die Schrägparkplätze entfallen, es werden zwei Behindertenparkplätze angeordnet sowie Radabstellanlagen. Die Busbucht entfällt. Es wird ein Radschutzstreifen sowie eine Aufstellfläche für Radfahrer teilweise auf der Münchner Straße realisiert. Die B13 wird durchgängig.
- Variante 2 - Umgestaltung des Knotenpunktes mit Fahrradstreifen: Die Schrägparkplätze entfallen, es werden zwei Behindertenparkplätze angeordnet sowie Radabstellanlagen. Die Busbucht entfällt. Es werden Radschutzstreifen in allen Fahrtrichtungen realisiert. Eine Aufstellfläche für Radfahrer an der Ampelanlage Münchner Straße wird realisiert. Die B13 wird durchgängig.
- Variante 3 - Bestandslösung mit einspurigen Radverkehr: Die Schrägparkplätze entfallen, es werden zwei Behindertenparkplätze angeordnet sowie Radabstellanlagen. Die Busbucht entfällt. Es werden Radschutzstreifen in allen Fahrtrichtungen realisiert. Eine Aufstellfläche für Radfahrer an allen Ampelanlage wird realisiert. Die Straßenführung bleibt wie im Bestand bestehen.
Alle Varianten beinhalten eine Querungsinsel auf Höhe der Fußgängerunterführung – für mehr Sicherheit beim Überqueren der Straße.
Die Realisierung eines Kreisverkehrs wurde ebenfalls geprüft und mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim besprochen. Allerdings ist der vorhandene Platz nicht ausreichend, um an dieser Stelle einen Kreisverkehr umzusetzen.
Die Umgestaltung liegt in der Verantwortung des Staatlichen Bauamts Rosenheim, das aus rechtlicher Sicht aktuell keinen Umbaubedarf sieht. Da die Gemeinde die Planung aus eigener Initiative angestoßen hat, müsste sie einen Großteil der Kosten selbst übernehmen – sowohl für die Planung als auch für die Umsetzung.
Da keine der vorliegenden Varianten eine optimale Lösung für alle Verkehrsteilnehmer bietet und um den städtebaulichen Wettbewerb für den Marktplatz nicht zu verzögern, empfiehlt die Verwaltung:
- Nur die Querungsinsel soll in die Planung zur Marktplatzumgestaltung übernommen werden.
- Die Kreuzung selbst und die Münchner Straße werden im Wettbewerb nicht weiter berücksichtigt.
Dies hat zur Folge, dass für die Wettbewerbsauslobung eine mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim als Straßenbaulastträger abgestimmte Straßenplanung als Grundlage benötigt wird. Diese Straßenplanung soll nicht im Rahmen des Projekts „Umgestaltung Marktplatz", sondern im Rahmen der Linientätigkeit durch den Tiefbau betreut und von externen Planern erarbeitet werden. Erst nach Abschluss der Straßenplanung kann die Auslobung des Wettbewerbs „Umgestaltung Marktplatz" erfolgen.
Straßenbaulastträger für die Tölzer / Tegernseer und Münchner Straße ist das Staatliche Bauamt Rosenheim. Aus rechtlicher Sicht ist eine Umgestaltung von Seiten des Staatlichen Bauamtes derzeit nicht notwendig. Da die Gemeinde auf eigenen Wunsch eine Straßenplanung beginnt, muss sie die Kosten für die Planung und die Umbauarbeiten gemäß Verursacherprinzip weit überwiegend selber tragen.
Für eine Planung müssen aktuelle Verkehrszahlen erhoben werden, ggf. eine Videoüberwachung der Kreuzung durchgeführt und ein Verkehrsgutachten erstellt werden. Hinzu kommen außerdem eine Leistungsermittlung der Lichtsignalanlagen (LSA) im Bestand, eine Leistungsprüfung der LSA und der Aufnahmefähigkeit der neuen Straßenführung anhand der Planung sowie ergänzende Vermessungsarbeiten, Baugrunduntersuchungen und diverse Kamerabefahrungen von vorhandenen Leitungen.
Da eine neu strukturierte und normgerechte Straßenführung voraussichtlich Auswirkungen auf angrenzende Bereiche wie z.B. Stellplätze und Hochgehweg, Floriansbrunnen und den Marktplatz hat, wird der Bereich einer Umplanung über den reinen Kreuzungsbereich hinaus vorgesehen, um eine belastbare Straßenplanung als Grundlage für den Wettbewerb zu bekommen.
Anzustrebende Planungsziele sind die folgenden Punkte:
- Durchgehende Führung der B13 / Tölzer Straße — Tegernseer Straße, Münchner Straße einbiegend.
- Prüfung und ggf. Entfall der Busbuchten
- Prüfung und ggf. Entfall der Linksabbiegespur zu Rathaus / Marktplatz, stattdessen Neuerrichtung einer oberirdischen Querungshilfe
- Maximal mögliche Gehwegbreite vom Marktplatz bis zum Oskar-von-Miller-Platz
- Berücksichtigung der Radnetzplanung, wo umsetzbar
- Barrierefreiheit
- Abstimmung und Optimierung der Ampelschaltzeiten
Die kleine Straße über den Marktplatz verbindet den Herdergarten direkt mit der Münchner Straße. Dabei zerschneidet sie die Platzsituation deutlich. Der Raum auf der Straße kann nicht für den Aufenthalt genutzt werden, durch die passierenden Autos entsteht eine Barriere für Fußgänger, sowie eine Gefahrenstelle. Allerdings wird nach Rücksprache mit den Blaulichtorganisationen die komplette Sperrung der Straße als kritisch gesehen, da die Nichteinhaltung der Alarmierungsfrist für die Feuerwehr droht. In Zusammenarbeit mit den Organisationen, Verkehrsplanungsbüro und Verwaltung wurde dann die Lösung der Einbahnstraße erarbeitet. Die Möglichkeit wurde vom Orts- und Verkehrsplanungsausschuss in der Sitzung im Januar 2023 zugestimmt und als Modellversuch ausgewiesen. Hierbei wurde auch festgehalten, dass es einen Zwischenbericht im Orts- und Verkehrsplanungsausschuss im November 2023 geben sollte.
Die offizielle Umsetzung der Einbahnstraßenregelung vor dem Rathaus startete im Juni 2023. Die Einbahnstraße führte dabei vom Herdergarten in Richtung Münchner Straße. In den ersten Tagen kam es zu verschiedenen subjektiven Beschwerden, die insbesondere das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Frühlingsstraße betrafen. Die Beschwerden wurde im Laufe des Modellversuchs weniger. Eine Fierantin vom Grünen Markt teilte mit, dass die neue Verkehrsregelung für sie persönlich zum Fahren zwar unpraktisch ist, sie aber das Gefühl hat, dass sich der Verkehr dadurch reduziert hat und es für die Besucher des Grünen Marktes sicherer geworden ist. Die Beobachtungen der Verwaltung zeigen, dass es immer noch Fahrzeuge gibt, die die neue Regelung missachten. Hierbei handelt es sich vorrangig um Lieferdienste.
Im November 2023 wurde der Modellversuch erneut im Orts- und Verkehrsausschuss diskutiert. Hierbei wurde festgestellt, dass keine objektiven Zahlen vorliegen. Aus dem Grund wurde beschlossen, den Modellversuch bis Mai 2024 weiterzuführen und es soll eine erneute Erhebung zu den Verkehrszahlen durchgeführt werden.
Die Umgestaltung des Marktplatzes soll im Zuge eines Realisierungswettbewerbes geschehen.
Anfang 2022 wurde die Wettbewerbsbetreuung an das Büro Hummel | Kraus vergeben. Sie werden die Erstellung der Auslobungsunterlagen, also der Aufgabenstellung für die Architekturbüros, leiten und die Durchführung und Planung von Wettbewerb und Preisgericht betreuen.
In seiner Sitzung am 06.12.2022 hat der Marktgemeinderat beschlossen auch die Kreuzung der Tölzer, Tegernseer und Münchner Straße in den Wettbewerbsumgriff mit aufzunehmen. Da es sich bei den Straßen um eine Staats- und eine Bundesstraße handelt, muss vor Wettbewerbsauslobung die Straßenplanung von einem Fachbüro erstellt werden. Dafür benötigt es mehrere Verkehrsgutachten, wie Zählungen. Durch die Erweiterung des Umgriffes wird sich die Durchführung und Realisierung verzögern. Die spätere Umsetzung ist in Bauabschnitten geplant, um am Marktplatz selbst möglichst bald Ergebnisse zu erzielen.
Einen historischen Abriss über die Geschichte des Marktplatzes von unserem Archivar Hans Widmann finden Sie hier.
Zusätzlich zur Bürgerbeteiligung wird das Fraunhoferinstitut mit ihrem Projekt BUOLUS Daten zur städtischen Oberflächengestaltung durch eine Bürgerbefragung erheben. Infos hierzu finden Sie unter: https://www.ibp.fraunhofer.de/de/projekte-referenzen.html
- „Herdergarten mit Biergarten als Ort der Begegnung im Zentrum mit Spielplatz, Kastanienbäumen“ (27 Pkt.)
- „Herdergarten als ortsnahen, zentralen Platz für Veranstaltungen umgestalten (ohne Parkplätze)“ (11 Pkt.)
- „Herdergarten als Tiefgarage ausführen, oben Rückbau der Parkplätze“ (10 Pkt.)
- „Erhaltung des Herdergartens inkl. Tiefgarage und Einbeziehung von Wasserspiele und Integration der Grünflächen“ (5 Pkt.)
- „Tunnel (für Autos) vom Anfang der Tölzer Straße bis hinter den Oskar-von-Miller-Platz (oberirdisch Fußgängerzone, Cafés,..)“ (17 Pkt.)
- „Parkbuchten an der Münchner Straße zwischen Markt- und Oskar-von-Miller-Platz entfernen > Fuß- und Radwege breiter“ (4 Pkt.)
- „Marktplatz ohne Durchgangsverkehr“ (13 Pkt.)
- „Marktplatz autofreie Zone“ (11 Pkt.)
- „Streichung der Parkplätze am Marktplatz entlang Kirche und beim Maibaum zugunsten anderer Nutzungen“ (6 Pkt.)