Gruß des Bürgermeisters

Olaf von Löwis of Menar

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


nun beginnt die Sommerpause – nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch in der Politik. Bitte erwarten Sie daher in den nächsten Wochen keine wichtigen Entscheidungen, jetzt muss erst einmal ein bisschen Ruhe herrschen. Kindergartenbrücke, Mittelschule, Wohnungsbau, Verkehrsberuhigung … ? Pause!

Manche werden jetzt denken, die in der Gemeinde machen doch eh’ das ganze Jahr Pause und verschlafen alle  wichtigen Maßnahmen. Und einige dieser Manchen machen ihrem Unmut über die Gemeinde auch lauthals Luft, sei es in Versammlungen, Telefongesprächen, E-Mails oder auch in Leserbriefen. Während die ersten drei genannten Medien oft sehr stark von spontanen Emotionen geprägt werden – manchmal sogar mit verbalen Entgleisungen angereichert – haben Leserbriefe den Vorteil, dass deren Verfassung in der Regel länger dauert und sie daher meist wohlüberlegter und respektvoller „rüberkommen“ – falsche Behauptungen, Hintergedanken und subtile Botschaften inbegriffen.
Insgesamt stelle ich in unserer Gesellschaft einen zunehmend respektlosen Umgang fest. Das gilt nicht nur in der Politik oder der Schule. Provokationen und Kränkungen werden von manchen als notwendige Mittel angesehen, um ernst genommen zu werden oder auch, um einfach nur „cool“ in ihrem Umfeld dazustehen. Sind Achtung, Höflichkeit und Fairness nur noch mehr eine Zier – „ … doch weiter komm’ ich ohne ihr …“? Das Gefühl respektiert zu werden, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es wird sogar durch das Grundgesetz geschützt, denn ein menschenwürdiges Leben basiert auf dem Entgegenbringen von gegenseitigem Respekt.
Es gibt Menschen, die in der Lage sind, Angriffe und Demütigungen an sich abperlen zu lassen. Diese Menschen sind mit einem unsichtbaren Schutzschild ausgestattet und schaffen es durch den Alltag, ohne seelischen Schaden zu nehmen. Diese Eigenschaft ist z.B. für   Lehrer, Bürgermeister und wahrscheinlich auch Landräte :-) von großem Vorteil.
Man kann aber auch lernen, seine eigenen Leistungsgrenzen zu akzeptieren, Schwierigkeiten nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung zu sehen, den Blick für das Wesentliche zu bewahren, sich Gelungenem bewusst zu werden und dafür Dankbarkeit zu empfinden, an Verletzung oder Ärger nicht festzukleben, sondern diese loszulassen und sich selbst weniger wichtig zu nehmen, falschen Stolz abzulegen und Demut zu empfinden. Bevor ich mir selbst ein Urteil über einen Menschen erlaube, versuche ich, mich in ihn hineinzuversetzen und mich selbst zu prüfen, ob meine Erwartungen an ihn berechtigt und angemessen sind. Diese Verfahrensweise hilft mir sehr.

Diejenigen, die bei der Lektüre dieses Vorworts bis hierher gekommen sind, darf ich nun mit einer Richtigstellung beruhigen: Der zweite und dritte Satz dieses Textes sind falsch! Richtig ist vielmehr, dass im Rathaus auch im August keine Pause für wichtige Entscheidungen oder Vorhaben herrscht, sondern im Gegenteil, die scheinbare Sommerpause für eine besonders intensive Arbeit genutzt wird.

Mit den besten Wünschen und Grüßen

Ihr

Unterschrift Olaf von Löwis

Olaf von Löwis of Menar
Erster Bürgermeister

Markt Holzkirchen - Rathaus

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