Gruß des Bürgermeisters

Olaf von Löwis of Menar

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


wenn Sie das lesen, ist der längste Tag des Jahres nicht mehr weit oder erst kürzlich gewesen. Dann geht’s wieder aufwärts. Die Nächte werden wieder länger. Weihnachten rückt näher. In den Geschäften gibt es zwar noch keine Nikoläuse, aber sie werden bald angeboten. Im Gegensatz zur Wintermode, die kann man sich jetzt schon aussuchen. Eigentlich gibt es kaum noch jahreszeitliche Unterschiede, sowohl beim Warenangebot (z.B. die geschmackvollen Wintererdbeeren), als auch beim Wetter. Heute am 11. Mai, an dem ich diese Zeilen schreibe, beträgt die Außentemperatur in etwa die gleichen Werte wie sie an jedem Tag des Jahres – auch zu   Weihnachten – herrschen könnte, nämlich acht Grad Celsius. Gestern habe ich bemerkt, unser Weihnachtskaktus fängt zu blühen an. Manche werden sagen, das ist eine Folge „falscher“ Pflege, aber ich bin überzeugt, der Kaktus weiß selbst sehr genau, wann er zu blühen bzw. auf sich aufmerksam zu machen hat.

Seien wir doch tolerant! Denn bei aller Verschiedenheit sind wir doch alle irgendwie gleich. Wussten Sie, dass die Menschen zu 99 % genetisch gleich sind? Aber das eine Prozent, das macht es aus, dass wir diese Gleichheit nicht bemerken. An sich hat das Bestreben nach Gleichheit und einem Gleichgewicht durchaus etwas Positives. Gleichgewicht kann beruhigen und gelassen machen und kann stabilisieren – das trifft für jeden Einzelnen von  uns ebenso zu, wie für Ökosysteme, Wirtschaftskreisläufe oder Machtverhältnisse. Aber zu viel Gleichgewicht kann auch Stillstand bedeuten. Daher ist es so wichtig, dass es bei uns Menschen dieses eine Prozent genetischer Ungleichheit gibt. Es sorgt für Dynamik, für Entwicklung und Spannung. Und natürlich ist es auch  nicht egal, ob die acht Grad Celsius im Sommer oder im Winter gemessen werden. Denn die Nächte sind nun mal im Winter deutlich länger als im Sommer. Und jetzt im Juni (ich hoffe Sie bemerken, ich versetze mich in die Zeit des Lesens) sind nicht nur die Nächte kurz, sondern auch die Tage lang. Das fördert die gute Laune, setzt Kräfte frei und versetzt so manche in Aufbruchstimmung – die sich auch auf die kurzen Nächte auswirken kann (der Monat Juni wurde nach Juno benannt, der römischen Göttin für Fruchtbarkeit).

Jedenfalls werden um den Tag der Tageszeitenwende, also dem längsten Tag und der kürzesten Nacht die vielen Johannifeste mit den beeindruckenden Sonnwendfeuern gefeiert.

Darin liegt auch ein Ursprung für unser christliches Pfingstfest, das auch als Geburtstag der Kirche bezeichnet wird. Nach der Apostelgeschichte ist Pfingsten der Tag, an dem die Jünger Jesu vom Heiligen Geist „erhellt“ wurden. Die Pfingstferien beherrschen den Monat Juni ja sehr!

 

Mit den besten Wünschen für entspannte lange Tage und kurze Nächte


Ihr

Unterschrift Olaf von Löwis

Olaf von Löwis of Menar
Erster Bürgermeister

Die Grußworte des Bürgermeisters

Markt Holzkirchen - Rathaus

Marktplatz 2
83607 Holzkirchen
Telefon:
08024 642-0