| Gemeinde > Öffentliche Einrichtungen |
| Technische Daten | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Funktionsweise der Kläranlage | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geschichtliche Entwicklung | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Klärwerk Holzkirchen
Hier können Sie eine Übersicht über die Außenanlagen der Kläranlage öffnen
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
Technische Daten der Kläranlage
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Das im Entwässerungsgebiet auch aus den Nachbargemeinden gesammelte Abwasser fließt der Kläranlage Holzkirchen über einen Hauptsammler im freien Gefälle zu. Maximal kann die Kläranlage im Regenwetterfall 480 m3 Abwasser pro Stunde verarbeiten. Um eine Entlastung von Abwasser in die Mangfall bei Starkregen zu vermeiden, wurden drei Speicher- und Ausgleichsbecken mit einem Gesamtvolumen von 5.000 m3 errichtet. Lediglich bei äußerst seltenen Katastrophenregenfällen muss Mischwasser, das dann praktisch nur noch aus Niederschlagswasser besteht, direkt in die Mangfall geleitet werden. Neben der Speicherung von Abwasser bei Starkregen erfüllen die Becken die Aufgabe, den über den Tag und besonders an den Wochenenden stark schwankenden Abwasseranfall durch Zwischenspeicherung zu vergleichmäßigen und durch den resultierenden kontinuierlichen Betrieb die Reinigungsleistung zu erhöhen. Im eigentlichen Kläranlagenteil durchläuft das Abwasser zunächst eine mechanische Reinigungsstufe, in der Grobstoffe, absetzbare Stoffe sowie Öle und Fette auf physikalischem Weg abgetrennt werden. Anschließend erfolgt die biologische Reinigung des Abwassers mit Hilfe von Mikroorganismen. Das gereinigte Abwasser wird abschließend in eine Filtrationsanlage geleitet, um auch noch Fein- und Feinstpartikel zu entfernen, um damit der Sensibilität des Vorfluters Mangfall Rechnung zu tragen. Belüfteter Sand- und Fettfang:
Im Sandfang setzen sich mineralische Bestandteile am Boden ab (rechts im Bild). Im Fettfang (links im Bild) schwimmt das Fett auf.
Mechanischen Reinigung Das der Kläranlage zufließende Abwasser erreicht zunächst das "Rechenbauwerk". Eine Feinrechenanlage entnimmt aus dem Abwasser anorganische Grobstoffe wie Kunststoffe oder Wattestäbchen. Im anschließenden belüfteten Sandfang setzen sich die mineralischen Stoffe (Sande, Feinkiese) ab, die flotationsfähigen Stoffe wie Öle und Fette schwimmen im Fettfang auf. In der Vorklärung sinken organische Grobstoffe ab und werden direkt in den Faulbehälter gefördert. Das Abwasser enthält anschließend (nach der mechanischen Vorreinigung) noch etwa 2/3 seiner ursprünglichen Verschmutzung in gelöster bzw. nicht absetzbarer Form. Vorklärung:
Organische Schwebestoffe haben ausreichend Zeit, um sich am Boden als Vorklärschlamm ablagern zu können (rechtes Becken im Bild)
Biologischen Reinigung Für die biologische Reinigung stehen in unserer Anlage fünf Belebungsbecken zur Verfügung. Sie werden nacheinander durchströmt und dienen unterschiedlichen Reinigungsaufgaben. Zur Erhöhung der Betriebssicherheit in unserer Anlage wird der Abwasserzufluss mit Hilfe der drei Ausgleichsbecken kontinuierlich über den Tagesverlauf und während den Niederschlägen durch Zwischenspeicherung vergleichmäßigt. Der eigentliche Reinigungsvorgang erfolgt mit Hilfe von Mikroorganismen, die die verbliebene organische Verschmutzung des Abwassers sowie Stickstoff- und Phosphorverbindungen für ihre Stoffwechselvorgänge nutzen und aus dem Abwasser entfernen. Das aus der biologischen Stufe ablaufende Wasser ist nahezu gereinigt. Im Wasser befinden sich lediglich noch die Mikroorganismen, deren Abtrennung analog zur Vorklärung durch Absetzen im darauffolgenden Nachklärbecken erfolgt. Nach dem Absetzen der Biomasse wird diese größtenteils wieder ins Belebungsbecken gepumpt, in dem die Reinigung von Neuem beginnt. Der überschüssige Teil wird in den Faulbehälter gefördert. Durch den sensiblen Vorfluter Mangfall besteht im Anschluss an die Nachklärung eine zusätzliche mechanische Reinigungsstufe, eine Filtrationsanlage. In dieser werden auch Fein- und Feinstpartikel abgefiltert, die durch reine Absetzvorgänge in der Nachklärung nicht entfernbar sind. Bio-Stufe I Belebungsbecken:
Hier werden Schmutzstoffe durch Mikroorganismen abgebaut (Nitrifikation) Bio-Stufe II "Deni-Becken":
Die II. Bio-Stufe dient dem Abbau von Nitrat (Denitrifikation); der Reinigungsgrad beträgt dann ca. 98 %. Nachklärbecken:
Durchmesser 38 m und im Hintergrund die Filtrationsanlage; dort werden noch feinste Schwebstoffe zurückgehalten. Das Abwasser ist dann bis zu 99 % gereinigt.
Was geschieht mit dem abgesetzten (erzeugten) Schlamm? Das Absetzgut am Beckenboden, auch Primärschlamm genannt, wird durch Räumer in den trichterförmigen Beckenboden geschoben und in die Faultürme gepumpt. Die "Biomasse" in den Belebungsbecken wächst durch den ständigen Abwasseranfall. Der Überschuss wird über die Nachklärung abgetrennt und gemeinsam mit den abgesetzten organischen Stoffen aus der Vorklärung ebenfalls in die beiden Faultürme befördert, dort wird der Schlamm bei einer Temperatur von ca. 37° C und ohne Luftzufuhr ausgefault. Das dabei entstehende Gas (Biogas) wird in zwei Blockheizkraftwerken - insbesondere zur Eigenstromerzeugung - genutzt. Der im Volumen reduzierte und in den Türmen verbleibende Faulschlamm wird über zwei Zentrifugen entwässert und über ein Spezialentsorgungsunternehmen abtransportiert sowie auf bereitgestellte Ackerflächen ausgebracht. |
||||||||||||||||||||||||||||||||
100 Jahre Abwasserbeseitigung Geschichtliche Entwicklung der Holzkirchner Abwasserentsorgung Bereits um die Jahrhundertwende hat man sich in Holzkirchen um eine geordnete Abwasserbeseitigung Gedanken gemacht. Es gibt heute noch Kanalpläne aus dem Jahre 1906, in denen einige Kanaltrassen im Ortszentrum dargestellt sind. Auch ein Gemeinderatsbeschluss vom 24. Dezember 1903 erinnert noch an die sog. "ortspolizeilichen Vorschriften für die Kanalisation in Holzkirchen". In größerem Umfang begann der Bau der Kanalisation in den 50er und 60er Jahren. Das Abwasser wurde dann nicht mehr nur gesammelt und in Gräben abgeleitet, sondern in einer kleinen Kläranlage in der "Alten Au", die 1955 errichtet wurde, gereinigt. Die Abwasseranlage bestand damals aus einem sog. Emscherbrunnen mit vorgeschaltetem Sandfang, Sandfilter, Schlammtrockenbeeten und aus einem Sickerschacht, in dem das mechanisch gereinigte Abwasser versickern konnte. Erst später folgte die Errichtung eines sog. Tropfkörpers (mit Filtergestein aus Lavatuff) zur biologischen Reinigung des Abwassers und 1962 der Bau des 9 km langen Ableitungskanals im Durchmesser von Ø 700 mm bis zur Mangfall. Auf Grund von strengeren Reinigungsbedingungen, die vom Gesetzgeber veranlasst wurden oder Schadenersatzansprüchen von Fischereiberechtigten und nicht zuletzt wegen des bereits eingetretenen Baustops, wurde zu Beginn der Siebziger Jahre ein neuer Standort für eine große, vollbiologisch arbeitende Kläranlage gesucht. Man entschloss sich für Fellach. Um nun die weitere Entwicklung von Holzkirchen nicht zu blockieren, insbesondere für gewerbliche Ansiedlungen, baute man in Fellach im Zeitraum von 1975 bis 1977 eine neue Kläranlage für 50.000 Einwohnergleichwerte. Diese Anlage musste nicht nur das über den Kanal zugeführte Abwasser reinigen, sondern auch eine beträchtliche Menge Schlamm aus Hausklärgruben aus den Randgebieten Holzkirchens sowie aus den Gemeinden Warngau, Otterfing und Valley verarbeiten. Nach einigen Monaten Probebetrieb konnte die Anlage im April 1978 eingeweiht werden. In den 80er und 90er Jahren wurden die restlichen Ortsteile von Holzkirchen sowie große Gebiete der Nachbargemeinden kanalisiert, so dass die Einbringung von Schlamm aus Hauskläranlagen jetzt nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Zu Beginn der 90er Jahre wurden die gesetzlichen Bestimmungen nochmals deutlich verschärft. Die wasserwirtschaftliche Situation an der Mangfall erfordert eine Gesamtbetrachtung aller Einleitungen aus Kläranlagen. Die Mangfall ist daher nicht in der Lage, mit ihrer geringen Selbstreinigungskraft die Schmutzfrachten abzubauen, so dass aus gewässergütewirtschaftlichen Gründen vom Gesetzgeber strengere Anforderungen an den Reinigungsgrad gestellt wurden, die uns veranlassten, die Kläranlage in erheblichem Maße zu ertüchtigen. Die zur Verbesserung der Abwasserwerte durchgeführten Maßnahmen lassen sich in drei Bereiche unterteilen. An Bauwerken wurden drei Speicher- und Ausgleichsbecken, ein Anbau an die Schlammentwässerungshalle für die Schlammnachkonditionierung (Bekalkung), ein Anbau an das Betriebsgebäude für die neue Schaltwarte und eine Filtrationsanlage errichtet. Zudem wurde eines der beiden Vorklärbecken in ein Umlaufbecken umgebaut, in dem wahlweise biologisch Phosphor oder Nitrat entfernt werden kann. Neu in Betrieb sind die Feinrechenanlage mit Rechengutwäsche, eine vierte Abwasserförderschnecke, ein Vorklärbeckenräumer, die Gebläse für die Belebung, die Filtrationsanlage, eine Brauchwasserstation, die vollständige Faulschlamm- und Faulgasbehandlungsanlage, zwei Blockheizkraftwerke, die Heizungsanlage, die Notstromversorgung sowie diverse Pumpen, Rührwerke, Belüftereinrichtungen etc. Zudem wurden die Elektroinstallation, die Messeinrichtungen und die Prozessleittechnik erneuert und für die erforderliche Eigenüberwachung ein leistungsfähiges Labor eingerichtet. Die Kosten der Maßnahmen belaufen sich auf rund DM 19,8 Mio.
- Zum Anfang der Seite - - Zurück zur Übersicht - |
||||||||||||||||||||||||||||||||
- Zurück zur Übersicht - |