LeistungsprüfungenVor 28 Jahren, am 21. Mai 1969, wurden in unserer Wehr zum ersten
Mal Prüfungen für das Leistungsabzeichen der Feuerwehren Bayerns abgelegt.
Als Aufgabe mußte eine Gruppe, bestehend aus neun Mann, einen Löschangriff
in der festgelegten Sollzeit aufbauen, wobei jeder die für seine Funktion
vorgeschriebenen Tätigkeiten auszuführen hatte.
Für den Aufbau wurden Schläuche verlegt, Verteiler gesetzt,
Strahlrohre angekuppelt und noch vieles mehr. Das Ganze aber ohne Wasser, also
als trokkene Übung. So traten zwei Gruppen im damaligen Hof der Brauereigenossenschaft
zur Prüfung der Stufe I (Bronze) an und legten diese mit Erfolg ab. Die
Gruppenführer, zu der Zeit als Löschmeister bezeichnet, waren Sepp
Kerschdorfer und Georg Sigl.
Ja - was ist seitdem so alles passiert?
Viel wirklichkeitsnaher wurde die Sache durch die Änderung
der Übungsordnung im Jahre 1974, da nun der Aufbau naß durchgeführt
wurde, wie er bis heute noch Gültigkeit hat. Von da an hieß dann
der Gruppenführer auch tatsächlich Gruppenführer"! Bis 1978
war die höchste Stufe (nach Bronze und Silber) Gold und wurde dann um 3
Stufen auf Gold blau, - grün und - rot erweitert. Zwischen den einzelnen
Stufen ist jeweils eine Wartezeit von 2 Jahren vorgeschrieben.
Am 16.11.1983 legte die erste Gruppe unserer Wehr, mit Kerschdorfer
als Gruppenführer, die höchste Stufe III/5 (Gold mit rot) ab.
Im Laufe der Jahre hat sich auch unser Übungsplatz ein paarmal
geändert. So übten wir ab 1972 in der Durchfahrt (Salzgasse) der Brauerei
Oberbräu. Da aber die leeren Tragl immer mehr und unser Übungsplatz
dadurch immer enger wurde, übten wir ab 23.4.1979 in der Säggasse
beim Schulhaus. Nachdem das neue Feuerwehrhaus in der Badgasse fertig war, wurde
dort geübt und am 29.4.1982 die erste Prüfung abgenommen. Der damalige
Kommandant Jakob Hofstetter konnte anschließend stolz verkünden:
Jetzt gehen wir das erste Mal alle miteinander zu einer Brotzeit in unser Stüberl
im Feuerwehrhaus"!

Was die Übungen und Prüfungen anbetrifft, ist natürlich in den
28 Jahren auch einiges vorgefallen! Anfangs mußte für die Ausbildung
immer ein Schiedsrichter von auswärts angefordert werden und das gab des
öfteren Terminschwierigkeiten. Daher hat sich Ludwig Haas ab 1974 in der
Übungsordnung kundig gemacht und die Ausbildung der Löschgruppen übernommen.
Seither wurde über jede Gruppe ein Bericht niedergeschrieben,
worin es einiges an Lustigem und weniger Lustigem nachzulesen gibt.
Geübt wurde bei Hitze und Kälte, bei Regen und Schneetreiben.
Weil das Material früher bei weitem nicht die Qualität von heute hatte,wurden
Männer patschnaß, wenn es einen Schlauch zerrissen hat. Dann und
wann kam die Nässe natürlich auch vom Strahlrohr eines Kameraden!
Es soll nicht verschwiegen werden, daß es bei den Übungen in der
Mannschaft hin und wieder Meinungsverschiedenheiten gab, aber erfreulicherweise
hatten die kameradschaftlichen Gesten den weit größeren Anteil.
Der sogenannte Drang in die Ferne überkam auch unsere Feuerwehrmänner.
Gereizt durch die völlig andere Übungsordnung im Ausland übten
immer wieder Gruppen, um sich ab 1985 in Österreich und ab 1988 in Südtirol
den Prüfungen für die dortigen Leistungsabzeichen zu stellen.

Auch unsere jungen Feuerwehrmänner sind sehr aktiv und nehmen
seit 1990 regelmäßig an Prüfungen für das Jugendleistungsabzeichen
mit Erfolg teil.
Durch den Wandel unserer Einsätze von Löschen auf überwiegend
Hilfeleistung kam die Forderung der Feuerwehren, ein Leistungsabzeichen "Technische
Hilfeleistung" ins Leben zu rufen.
Die dafür nötigen Übungen wurden zunächst
von jeder Ortsfeuerwehr intern durchgeführt. Ab 1990 machten dies auch
Gruppen unserer Wehr. Später wurden auf Grund der immer stärkeren
Nachfrage Richtlinien ausgearbeitet, die schließlich, herausgegeben von
der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, am 1. Januar 1994 in Kraft traten.
Die Prüfung "Technische Hilfeleistung" nimmt einen
Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen als Ausgangssituation an. Die Aufgabe
lautet: Verkehrsabsicherung, Spreizer und Schneidgerät, Beleuchtung und
Brandschutz in einer festgelegten Sollzeit aufzubauen, wobei auch hier wieder
jeder Mann die für ihn vorgeschriebenen Tätigkeiten zu erfüllen
hat. Ein weiterer und sehr sinnvoller Prüfungsteil ist die Gerätekunde.
Hier wird jeder Prüfling nach Geräten gefragt und muß wissen,
wo diese im Fahrzeug untergebracht sind. .jpg)
Für die Ausbildung jeder Gruppe sind mehrere Übungsabende
erforderlich, so daß mit Ausbildung und Prüfung einiges an Stunden
aufzubringen ist.
Allen Beteiligten, die dafür ihre Freizeit zum Wohle der
Allgemeinheit geopfert haben, sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.
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